Der Regionalpark soll weit über die Jahrtausendschwelle die Entwicklung der Region begleiten. Die im Vergleich zu anderen europäischen Metropolregionen noch bis in den Kern des engeren Ballungsraumes vorhandenen Freiflächen werden durch den Regionalpark gesichert und aufgewertet. Schritt für Schritt entsteht ein Netz aus landschaftlich reizvollen Wegen und Anlagen, die zu einem Gesamtwerk zusammengeführt werden. Der Regionalpark schließt damit die Lücke zwischen dem GrünGürtel der Stadt Frankfurt am Main und den umliegenden Naturparken.
Um den Bürgern der Region in einem überschaubaren Zeitraum von fünf bis sechs Jahren an einem Muster zeigen zu können, wie ein fertiger Regionalpark einmal aussehen wird, wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Der Umlandverband Frankfurt, die Städte Hattersheim, Flörsheim und Hochheim sowie die Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach (GRKW) haben sich 1995 zu einer Durchführungsgesellschaft - der ersten Regionalpark RheinMain GmbH - zusammengeschlossen. Das Land Hessen und Sponsoren fördern das Projekt.
Auf über 28 km Länge summieren sich die typischerweise von Wiesenstreifen und Baumreihen flankierten Routen, reizvolle Anlagen - die Bausteine des Regionalparks - laden Radfahrer und Spaziergänger im Abstand von wenigen hundert Metern zum Rasten, Verweilen und Entdecken ein. Zu den Bausteinen zählen zum Beispiel altehrwürdige Alleen wie die über 100 Jahre alte Wasserwerkallee in Hattersheim und neugepflanzte Streuobstwiesen. Ein Höhepunkt ist der kunstvoll angelegte Rosengarten in Hattersheim mit seiner architektonisch auffallenden Rankpyramide. Der historische Park Bad Weilbach zählt ebenso zum Regionalpark wie die naturnahe, wilde Flörsheimer Schweiz oder das über Aussichtstürme einzusehende Naturschutzgebiet der Weilbacher Kiesgruben. Aber auch Kunst hat einen festen Platz im Regionalparkkonzept. Entlang des Panoramaweges zwischen den Flörsheimer Ortsteilen Bad Weilbach und Wicker haben Künstler in sechswöchiger Arbeit - unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung - fünf große Steinobjekte geschaffen, die den Weg markieren und zum Verweilen und Schauen anregen. Im Nussbaumquartier am Hattersheimer Kastengrund ließ sich ein Rabe nieder: Die drei Meter hohe Aluminiumskulptur wacht dort mit strengem Blick über das Gelände. Und am Weg entlang der Deponie Wicker verdeutlicht das Kunstwerk Nahtstelle Müll Fenster in die Deponie das Thema menschlicher Eingriff und Gefährdung der Landschaft.
Auch die Historie kommt nicht zu kurz: Von der Flörsheimer Warte, 1996 nach alten Vorlagen wiedererrichtet und am Wochenende ein beliebter Gutsausschank, wurde vor 500 Jahren das kurmainzische Hoheitsgebiet überwacht Wachposten patroullierten damals entlang des abschnittsweise rekonstruierten Walllgrabensystems der Kasteler Landwehr . Ein Denkmal früher Industriegeschichte sind die restaurierten Kalkbrennöfen in Flörsheim, die durch eine moderne, begehbare Dachkonstruktion aus Glas und Stahl geschützt werden. Aber auch die Industriegeschichte des 20. Jh. ist im Regionalpark präsent: Eine Farbrühranlage aus Beständen der ehemaligen Firma Hoechst ist in Hattersheim im Obstbaum-rondell zu sehen und informiert über die wechselvolle Geschichte des einstigen Chemieriesen.
Aussichtspunkte wie das architektonisch kühn konstruierte Vogelnest an der Kiesgrube Silbersee in Hochheim, die Flörsheimer Warte oder der Panoramaweg bei Wicker ermöglichen fantastische Rundumblicke und vermitteln ungewohnte, weil kontrastreiche Eindrücke des Ballungsraumes RheinMain. Und nicht zu vergessen: Straußwirtschaften und Ausflugslokale entlang der Route sorgen für das leibliche Wohl der Besucher.
Der Regionalpark soll über das Pilotprojekt der Mainstädte Hochheim, Flörsheim und Hattersheim hinaus weiterwachsen: nach Norden in Richtung Hofheim, nach Süden über den Main Richtung Bischofsheim und Gustavsburg mit Anbindung des Regionalparks im Bereich Rüsselsheim, nach Westen in Richtung Mainz und Wiesbaden und weiter nach Rheinhessen und in den Rheingau.
Die abwechselungsreiche Regionalparklauf-Strecke, die nun durch das westliche Pilotprojektgebiet im Bereich Hochheim und Flörsheim-Wicker führt, ist ausgeschildert und steht als ganzjährige Trainingsstrecke mit verschiedenen Einstriegsmöglichkeiten den Laufbegeisterten (und solchen, die es werden wollen) zur Verfügung.
Weitere Informationen und Prospektmaterial:
Regionalpark RheinMain GmbH
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